Timm Witte – Vom Suchen und Finden von Co-Foundern

Wie setzt sich ein erfolgreiches Team zusammen? Und wie und wo findet man diese Teammitglieder eigentlich? Dass das „Perfect Match“ nicht immer leicht zu finden ist, davon erzählt uns Timm Witte, Gründer von TherapieGuide.

Eine Idee zu haben, von der man überzeugt ist und die man unbedingt umsetzen möchte, ist die eine Sache. Die andere Sache ist es, sich einzugestehen, dass man nicht in allen Bereichen Experte ist und Unterstützung in Form eines Teams braucht. „Co-Founder“ heißt hier das Zauberwort für Starter. Genau vor dieser Entscheidung stand Timm Witte vor einigen Jahren: Timm ist studierter Biologe, schrieb seine Diplomarbeit an der Universitätsklinik in Essen und hat seit jeher Einblicke in die Pharmaindustrie. Der gebürtige Essener sammelte zunächst Erfahrungen im Außendienst und entwickelte nicht nur ein klassisches „Verkäufer-Gen“, sondern bekam auch wertvolle Einblicke in die Praxis: Wie ticken Ärzte, wie sieht der Ablauf in Arztpraxen und Kliniken aus.

Erster Kontakt zur Startup-Szene

Im Jahr 2013 kam es dann zu seinen ersten Berührungspunkten mit der Startup-Szene. Seine Aufgabe: Herausfinden, welche Start-Ups und Ideen vielversprechend für seinen Arbeitgeber, einen mittelständischen Pharmahersteller, sein könnten. „Ich habe gemerkt, dass das ein extrem dynamisches Umfeld ist, in dem viele innovative und kluge Köpfe unterwegs sind, die gute Ideen, aber vielleicht nicht immer den passenden Background zur Pharmaindustrie haben“, beschreibt Timm seine ersten Erfahrungen mit Gründern. Folglich dauerte es nicht lange, bis der American Football Fan sich entschloss, seine eigene Idee umsetzen zu wollen. „Mit meinem Background plus dem Interesse für das Startup-Umfeld, war mir klar: Ich habe eine Idee, die will ich auch ausarbeiten und umsetzen“. Das Problem: geeignete Mitgründer finden, die Bereiche abdecken, in denen er selbst kein Experte ist. „Ich brauchte einen Nerd und einen, der rechnen kann“, schmunzelt er. Es folgte eine erste Suchaktion im eigenen Familien- und Bekanntenkreis, doch keiner wollte sich auf das Abenteuer Selbständigkeit einlassen. Ein Aufruf auf der Plattform founderio.com, dem „Tinder für Gründer“ wie Timm es liebevoll bezeichnet, brachte zwar viele Rückmeldungen – jedoch nicht immer das, was er suchte. Zuletzt fand er dort jedoch einen seiner Mitgründer, der wiederum einen weiteren Co-Founder ins Boot holte. Mit Timm, der seine Expertise für Produkt und den Markt einbrachte, einem Programmierer als CTO sowie einem erfahrenen Gründer für die Bereiche Finanzen und Netzwerk war das Founder-Trio komplett.

Die erste Gründung

Im Jahr 2015 folgte dann die erste eigene Gründung – „TherapieGuide“ war geboren. Die Idee: Ein Therapie Management Tool für chronisch kranke Patienten, welches als eine Art Tracking Tool für den Arzt fungierte, bei dem Patientendaten, wie die Medikation, Blutzucker- und Blutdruckwerte, gesammelt wurden. Auch das Geschäftsmodell war erfolgsversprechend: Die gesammelten Daten sollten anonymisiert an die Pharmaindustrie verkauft werden. Doch so gut die Idee und deren Umsetzung auch war – die internen Umstände haben schließlich dafür gesorgt, dass sich das Unternehmen aktuell in der Liquidation befindet: „Wir waren zu verstreut – ich habe in Norddeutschland gesessen, einer in Slowenien und der dritte in Düsseldorf. Wir waren physisch nie wirklich zusammen und haben versucht alles über Skype und per Mail zu regeln, was dann irgendwann zu einem echten Problem wurde“. Abschrecken ließ sich Timm durch das Scheitern seiner ersten Gründung keineswegs – im Gegenteil.

Co-Founder-Suche 2.0: Meetups in der Region

Zurück im Ruhrgebiet entwickelte er eine neue Idee: „Ich hatte in der Zwischenzeit viel mit Tierärzten und Therapeuten zu tun. Dabei wurde deutlich, dass Tierbesitzer oftmals dasselbe Problem haben: Wann war mein Tier eigentlich zum letzten Mal zur Wurmkur? Wie lange ist die letzte Impfung her?“. Die Lösung des Problems hatte er im Prinzip bereits in der Schublade: Eine app-basierte Lösung für das Gesundheitsmanagement am Tier. „Das war ein Ansatz, den ich theoretisch mit dem System, das ich habe, lösen könnte – lediglich bezogen auf den Tierbereich“. Eines stand für Timm bei seinem zweiten Start-Up allerdings fest: Der Weg, Mitgründer zu finden, sollte nun anders aussehen: „Mein Learning war, dass ich nun verstärkt auch Networking-Veranstaltungen hier im Ruhrgebiet besuchen und auf persönlicher Ebene nach Co-Foundern suchen werde, sodass man auch hier mal im Co-Working Space zusammensitzen kann. Dazu will ich auch wieder mehr mit den Initiativen hier vor Ort wie dem RuhrHub oder der Gründerallianz arbeiten – denn die haben einfach viele Insights und ein riesen Netzwerk hier“.

Netzwerken im Ruhrgebiet

Also ließ Timm seinen Worten auch Taten folgen. Bei einem Meetup der Gründerallianz Ruhr trat Timm als Speaker zum Thema „Co-Founder Issues“ auf. Und siehe da: er lernte gleich zwei potenzielle Mitgründer kennen. Dass im Nachhinein aus einem der beiden Interessenten tatsächlich der erste Mitgründer wurde, bestätigt Timm darin, dass das persönliche und regionale Netzwerken der richtige Weg ist: „Es gibt hier im Ruhrgebiet immer einen, der jemanden kennt – und persönliche Netzwerkveranstaltungen sind für mich rückblickend der beste Weg, um Gleichgesinnte zu finden.“ Eine Übersicht aller Veranstaltungen im Ruhrgebiet findet ihr übrigens in unserem Kalender.

Einen Mitstreiter sucht Timm jedoch noch für das Team: Wenn ihr Background im Bereich Programmierung und Lust habt Timm persönlich kennen zu lernen, meldet euch unter: info@gruenderallianz.ruhr.

Ein paar erste Infos über Timm findet ihr in seinem Steckbrief oder beim “Pottcast” Interview mit Julian Nöll.

Nicht nur für Timm, auch für uns geht die Reise weiter: Wir freuen uns, Timm und seinen neuen Mitstreiter weiterhin zu begleiten und bei der Suche nach einem weiteren Co-Founder zu unterstützen!

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