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Startup-Gründung: Mit diesen Rechtsformen reduzierst du dein Haftungsrisiko

Endlich ist es soweit: Die eigene Idee beginnt zu fliegen, Euphorie macht sich breit, die (formale) Gründung einer Gesellschaft steht bevor. Aber halt: Wer haftet noch einmal, wenn der Kredit nicht zurückgezahlt werden kann und was passiert, wenn du als Gründer deinen Lieferanten nicht bezahlen kannst? Fest steht: Die Wahl der richtigen Rechtsform für dein Startup sollte gut überlegt sein, denn: Wenn es „schief“ geht und du dir nicht rechtzeitig Gedanken darüber gemacht hast, deine persönlichen Haftungsrisiken zu reduzieren, können deine Gläubiger auch auf dein privates Vermögen zugreifen. Im schlimmsten Fall droht dann sogar die Privatinsolvenz. Damit es nicht soweit kommt, erklären wir hier die grundlegenden Unterschiede von Einzelunternehmung, Personen- und Kapitalgesellschaften und stellen dir drei mögliche Rechtsformen vor, mit denen du deine Haftung beschränken kannst. Die entsprechenden Musterverträge zur Gründung zum Download findest du am Ende dieses Artikels.

Einzelunternehmung und Personengesellschaften: Vorteile und Risiken

Mehr als 60 Prozent der registrierten Unternehmen in Deutschland sind Einzelunternehmungen, aus gutem Grund: Für die Anmeldung benötigst du lediglich einen Gewerbeschein, der beim örtlichen Bürgeramt auszufüllen ist. Auch Personengesellschaften – also GbR, OHG, KG – locken Gründerinnen und Gründer mit geringen Hürden: Die Formalitäten rund um den Gründungsprozess sind schnell erledigt und das Kapital, welches Geld oder Sacheinlagen wie Immobilien oder andere finanzielle Werte darstellen können, ist frei wählbar. Im Gegensatz zur Einzelunternehmung werden für die Anmeldung einer Personengesellschaft mindestens zwei Gesellschafter benötigt. Zudem erscheint der Freibetrag im Rahmen der Gewerbesteuer i.H.v 24.500 Euro als reizvoll. Aufpassen sollten Jungunternehmer allerdings bei Haftungsfragen: Sowohl bei Einzelunternehmen als auch Personengesellschaften haftest du als Gesellschafter häufig mit deinem gesamten Privatvermögen (Mischformen ausgenommen, s.u.).

Drei Rechtsformen, mit denen du dein Haftungsrisiko reduzieren kannst

Dies muss aber so nicht sein, denn es gibt geeignete Rechtsformen, mit denen du etwaige Haftungsrisiken zumindest reduzieren kannst. Hierzu gehören unter anderem die GmbH und die UG (Unternehmergesellschaft): Wie bei allen Kapitalgesellschaften haftet nur noch die Gesellschaft mit ihrem Vermögen, nicht also du als Gesellschafter. Diese Vorteile bietet auch die UG & Co. KG, obwohl diese Mischform eigentlich zu den Personenhandelsgesellschaften zählt. Der Gründungsprozess dieser Rechtsformen ist dagegen etwas aufwändiger und du musst zum Notar; was du bei der Gründung einer OHG oder KG allerdings auch musst. Der finanzielle Aufwand für die Gründung einer solchen haftungsbeschränkten Gesellschaft ist mit einigen hundert Euro dagegen überschaubar.

Der Klassiker: GmbH

Sind anfängliche Verluste nicht oder nur in überschaubarer Höhe zu erwarten (dann eher UG&Co. KG), muss es für die Haftungsbeschränkung in Richtung Unternehmergesellschaft – kurz UG – oder GmbH gehen, da es dann nicht erforderlich ist, diese Verluste steuerlich geltend machen zu können.
Wenn ohnehin Kapital durch dich in die Gesellschaft eingebracht und dort verbraucht werden soll, bietet sich die Gründung einer GmbH an, deren Mindestkapital EUR 25.000 beträgt – wovon allerdings zunächst „nur“ EUR 12.500 eingezahlt werden müssen. Hast du für dein Vorhaben einen hohen Kapitalbedarf, wird die Aufnahme von Kapitalgebern bei bspw. einer GmbH außerdem dadurch erleichtert, dass Gesellschaftsanteile in Aussicht gestellt werden können. Der Gründungsprozess an sich ist kein Hexenwerk, im Vergleich zu einer Personengesellschaft wie der OHG oder der GbR, allerdings etwas aufwändiger: Gründungsdokumente (zum Teil sind Musterprotokolle verfügbar, die den Prozess in bestimmten Fällen erleichtern) müssen sorgsam vorbereitet und notariell beurkundet werden, auch das Mindeststammkapital stellt für viele Jungunternehmer eine erste Hürde dar. Allerdings wird durch diese Mindestkapitalausstattung eine gewisse Glaubwürdigkeit der Gründer unterstrichen – die GmbH besitzt dadurch eine seriöse Außenwirkung. Dann muss man sich nicht mit dem schlechteren „Standing“ einer UG befassen.

Die “kleine Schwester”: UG

Steht so viel Geld aber nicht zur Verfügung, kann das Ziel der Haftungsbegrenzung auch durch eine UG erreicht werden. Sie ist eine “kleine” GmbH –  für die Einzahlung von Kapital und Gründungskosten fallen bei der UG dann nur ca. EUR 300 als Aufwand an. Allerdings solltest du beachten, dass die UG einen weniger guten Ruf hat als ihre große Schwester, die GmbH. Hiervon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen und stattdessen von Fall zu Fall, sprich von Idee zu Idee, unterscheiden: Stehe ich mit Lieferanten in Kontakt, die Ware für mich produzieren und für diese Ware logischerweise bezahlt werden möchten? Dann könnte es durchaus vorkommen, dass die Rechtsform einer UG dazu führt, dass der Lieferant skeptisch wird und fürchtet, die Gesellschaft, die bei ihm Waren kauft, sei nicht mit genügend Kapital ausgestattet, um die Rechnungen zu begleichen.
Dabei gibt es allerdings auch andere Beispiele, wo die UG nicht hinderlich, sondern durchaus empfehlenswert ist: Wenn ich beispielsweise auf keine Lieferanten angewiesen bin, die für mein Unternehmen (vor)produzieren müssen, sondern eigene Leistungen anbiete, kann die UG für den Start sinnvoll sein. So kann man langsam und behutsam in eine GmbH „hineinwachsen“, denn bei der UG gilt die sog. Thesaurierungspflicht: Demnach müssen 25% der erzielten Gewinne zurückgehalten und dürfen nicht ausgeschüttet werden, sodass ab einer Summe von EUR 25.000 die Umwandlung in eine GmbH vollzogen werden kann.
Entscheidest du dich dafür, eine UG zu gründen, sind folgende Punkte zu beachten: Die Gründung ist mit Kosten verbunden, die gedeckt werden müssen, weshalb eine Gründung mit EUR 1 nicht empfehlenswert ist und sogar zur Insolvenz führen kann: Notarkosten, Handelsregisteranmeldung, Anwaltskosten, etc. müssen von der Gesellschaft getragen werden! Auch für anfängliche Anschaffungen, wie Büromaterialien, Computer, etc. sollte ausreichend Kapital vorhanden sein! Von daher sollte man darüber nachdenken „seine“ UG mit mindestens ein paar Hundert Euro auszustatten.

Der Geheimtipp: UG & Co. KG

Als dritte Alternative bietet sich die Gründung einer UG & Co. KG an. Als Mischform vereint sie die Vorteile von Personen- und Kapitalgesellschaften und kann für Gründer deshalb eine interessante Alternative darstellen. Das heißt: Als Personengesellschaft beträgt der steuerliche Freibetrag für die Gewerbesteuer EUR 24.500 pro Jahr, zudem muss die UG & Co. KG keine Einkommens- oder Körperschaftssteuer zahlen. Einkommenssteuerpflichtig sind hier nur die Gesellschafter der KG. Gleichzeitig ist die Haftung bei dieser Rechtsform beschränkt: Die UG haftet als Komplementär mit ihrem eingesetzten Stammkapital, während die Kommanditisten der KG mit der Kommanditeinlage haften. Die UG & Co. KG lohnt sich daher vor allem für Gründer,  die als alleiniger Chef agieren möchten, die persönliche Haftung aber ausschließen und zusätzlich
Gesellschafter als Geldgeber oder Familienmitglieder als nichthaftende Gesellschafter einbeziehen möchten.

Welche Rechtsform passt zu mir? Überblick und Musterverträge

Pauschal lässt sich die Frage nach der richtigen Rechtsform nicht beantworten. Die angehängten Muster verschaffen dir einen unkomplizierten Überblick über die Besonderheiten der jeweiligen Unternehmensform. Ergänzend dazu stellen wir dir hier Musterverträge zum Download zur Verfügung, die du als Basis für die Gründung deines eigenen Unternehmens verwenden kannst. Aber vergiss dabei nicht: Bei allen Gesellschaften – ausgenommen die Einzelunternehmung – musst du für die Gründung in jedem Fall zum Notar. Dann kannst du auch sofort darüber entscheiden, ob du nicht lieber sofort eine zweite Gesellschaft gründest, die die Anteile an der operativen Gesellschaft hält. Das erleichtert spätere Finanzierungsrunden erheblich.

 

Für die inhaltliche Unterstützung bedanken wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Herrn Dr. Christian Löhr (links) von der Rechtsanwaltskanzlei Kümmerlein sowie bei Herrn Ralf Koch (rechts) von der Steuerberatung Menschen, Ideen, Zahlen.

 

 

 

 

©Foto Dr. Christian Löhr & Ralf Koch

AnknüpfungspunktUG („Kleine GmbH“)GmbHUG (haftungsbeschränkt)[1] & Co. KG
KapitalausstattungAb 1 €; keine Sacheinlagen erlaubt; gesamtes Stammkapital muss für Handelsregisteranmeldung eingezahlt sein;

 

nur Bargründung

25.000 €, wovon 12.500 € eingezahlt sein müssen für Handelsregisteranmeldung, Rest bei Anforderung durch den Geschäftsführer;

 

auch Sacheinlagen möglich;

 

Mindeststammeinlage 100 €

Für Komplementär-UG ist Stammkapital ab 1 € aufzubringen (siehe UG für Details);

 

Pflichteinlage des/der Kommanditisten als Bar- oder Sacheinlage nach Belieben (ab 1 €);

 

für die Gründung der UG & Co. KG als Kommanditgesellschaft ist keine gesetzlich festgeschriebene Kapitalausstattung erforderlich.

RechtsformentypKapitalgesellschaftKapitalgesellschaftPersonengesellschaft
GesellschafteranzahlMind. 1 natürliche oder juristische PersonMind. 1 natürliche oder juristische PersonMind. 1 natürliche Person, wenn diese zugleich Gesellschafter/Geschäftsführer der UG ist (Unternehmer) und Kommanditist (Kapitalgeber) der KG.
SitzD
Sitzverlegung ins Ausland nach Gründung zulässig
D

Sitzverlegung ins Ausland nach Gründung zulässig

D
RechtsfähigkeitJa, als juristische PersonJa, als juristische PersonJa, gem. §§ 124, 161 HGB
KaufmanneigenschaftJa[2]JaJa[3]
Bezeichnung[4] Firma (Wunschname) mit Zusatz UG (haftungsbeschränkt)

 

„haftungsbeschränkt“ darf weder abgekürzt noch weggelassen werden

Firma (Wunschname) mit Zusatz GmbHFirma (Wunschname) mit Zusatz UG & Co. KG
Gründung wie GmbHGmbH-Vertrag (Satzung) notwendig; notarielle Beurkundung und Eintragung ins Handelsregister (Abt. B) zwingend; GewerbeanmeldungZwei Gesellschaftsverträge notwendig, (1) für Komplementär-UG (muss vorab existieren) und (2) für UG & Co. KG; UG-Vertrag muss notariell beurkundet werden, UG & Co. KG kann formfrei gegründet werden (Schriftform aber empfehlenswert); Eintragung ins Handelsregister sowohl für Komplementär-UG (Abt. B) als auch später für UG & Co. KG (Abt. A) zwingend; Gewerbeanmeldung
Gründungskosten Ab ca. 300 Euro (exkl. anwaltliche Beratung)Ab ca. 500 Euro (exkl. anwaltliche Beratung)Für die Komplementär-UG ab ca. 300 Euro sowie für die UG & Co. KG ab ca. 250 Euro (exkl. anwaltliche Beratung)
GeschäftsleitungMind. 1 Geschäftsführer; dieser kann auch Gesellschafter seinMind. 1 Geschäftsführer; dieser kann auch Gesellschafter seinKomplementär, i.d.R. also durch den Geschäftsführer der UG. Fremdorganschaft (im Gegensatz zu anderen Personengesellschaften) möglich, d.h. durch externe Fachleute als Geschäftsführer der UG. Kommanditisten sind von der Geschäftsleitung grundsätzlich ausgeschlossen. Prokura ist möglich.
VertretungGeschäftsführerGeschäftsführerKomplementär-UG, vertreten durch Geschäftsführer
HaftungGrundsätzlich nur in der Höhe der Stammeinlage bzw. in Höhe des GesellschaftsvermögensGrundsätzlich nur in der Höhe der Stammeinlage bzw. in Höhe des GesellschaftsvermögensNur Komplementär-UG haftet uneingeschränkt,  deren Haftung ist jedoch auf deren Stammeinlage begrenzt; daneben haften Kommanditisten nur in der Höhe ihrer ins Handelsregister eingetragenen Haftsumme, wenn (1) Kommanditeinlage vollständig eingezahlt, (2) Haftsumme im Handelsregister eingetragen ist und (3) sie der UG & Co. KG vollständig zur Verfügung steht
Gewinne und Verluste Wie GmbH,

 

zudem dürfen nicht alle Gewinne zum Jahresende dürfen ausgeschüttet werden; ein Viertel der Jahresgewinne nach Verrechnung mit möglichen Verlusten sind als gesetzliche Rücklage zurückzuhalten; Wenn diese Rücklagen eine Summe von 25.000 Euro erreicht haben, kann die UG in eine GmbH umgewandelt werden

Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang. Grundsätzlich ist der Jahresabschluss aus der laufenden Buchhaltung zum Geschäftsjahresende zu erstellen und bildet die Basis für die Steuererklärung der GmbH.

 

 

Gewinn- und Verlustrechnung entweder entsprechend den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (§§ 167 HGB) oder entsprechend individuellen Gesellschaftsvertrag; Möglich ist im Gesellschaftsvertrag auch der völlige Ausschluss der UG von Gewinnausschüttungen, was zu höheren Gewinnen auf Seiten der Kommanditisten führt

 

 

BuchführungspflichtenDoppelte Buchführung ist verpflichtendDoppelte Buchführung samt Jahresbilanz ist verpflichtendIn beiden Unternehmen (Komplementär-UG und UG & Co. KG), sind jeweils doppelte Buchführung, Bilanzierung, Inventur erforderlich.
PublizitätspflichtJahresabschlüsse müssen grundsätzlich veröffentlicht werden

 

Ausnahme: Jahresabschlüsse müssen nicht veröffentlicht, sondern „nur“ hinterlegt werden, sofern UG als Kleinst-Kapitalgesellschaft gilt, § 326 Abs. 2 HGB gilt

 

à Als Kleinstkapitalgesellschaft gilt die UG solange sie mindestens zwei der drei nachstehenden Merkmale nicht überschreitet:

1.

350.000 Euro Bilanzsumme;

2.

700.000 Euro Umsatzerlöse in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag;

3.

im Jahresdurchschnitt zehn Arbeitnehmer.

Jahresabschlüsse müssen veröffentlicht bzw. hinterlegt werden; falls GmbH als Kleinstkapitalgesellschaft einzuordnen, keine Veröffentlichungspflicht, siehe UG

 

Je nach Bilanzsumme, Umsatz und Mitarbeiterzahl der GmbH sind zudem unterschiedlich genaue Angaben über Gewinne und Verluste im elektronischen Bundesanzeiger zu veröffentlichen bzw. ein Lagebericht zu erstellen

Die Jahresabschlüsse sowohl der UG als auch der UG & Co. KG sind grundsätzlich zu veröffentlichen und zu hinterlegen

 

Der Jahresabschluss der Komplementär-UG ist grundsätzlich zu veröffentlichen und zu hinterlegen; für Ausnahmen bei der Komplementär-UG, siehe UG

 

Der Jahresabschluss der UG & Co. KG ist mindestens verpflichtet dem Handelsregister zusammengefasste Bilanzen (§ 266, Abs. 1 HGB) nebst verkürztem Anhang (§ 288 HGB) einzureichen (Offenlegung von Bilanzen). Je nach Bilanzsumme, Umsatz und Mitarbeiterzahl der sind zudem weitere unterschiedlich genaue Angaben über Gewinne und Verluste im elektronischen Bundesanzeiger zu veröffentlichen bzw. ein Lagebericht zu erstellen

Steuerlicher BelastungsvergleichDer erwirtschaftete Gewinn wird vollständig auf Ebene der Gesellschaft versteuert (steuerliches Trennungsprinzip). Die UG unterliegt mit Ihren Einkünften der Gewerbe- und Körperschaftsteuer. Steuerbelastung auf Ebene der UG insgesamt: ca. 30%.

 

Wird der verbleibende Gewinn ausgeschüttet, unterliegt dieser grundsätzlich auf Ebene des Gesellschafters (sofern natürliche Person) der Abgeltungsteuer in Höhe von 26,37% (ohne Kirchensteuer). Insgesamt ergibt sich so eine Steuerbelastung, unter Berücksichtigung der Gewinnausschüttung, in Höhe von ca. 49%.

 

wie UGDer erwirtschaftete Gewinn unterliegt auf Ebene der UG & Co. KG lediglich der Gewerbesteuer. Die weitere Versteuerung erfolgt auf Ebene der Gesellschafter (steuerliches Transparenzprinzip). Die Gewerbesteuerbelastung beträgt ca. 15%, die Höhe der Belastung des Kommanditisten, sofern es sich um eine natürliche Person handelt, richtet sich nach dem individuellen Einkommensteuertarif unter Anrechnung der geleisteten Gewerbesteuerbelastung. Vor diesem Hintergrund ist ein pauschaler Vergleich nicht möglich.

 

Im direkten Vergleich ist die Steuerbelastung der UG & Co. KG grundsätzlich höher, solange keine Gewinnausschüttung durch die GmbH erfolgt und der persönliche Einkommensteuersatz des Gesellschafters mehr als 30% beträgt. Unter Berücksichtigung einer erfolgten Gewinnausschüttung und eines gemittelten Einkommensteuertarifs, beträgt die Tarifbelastung bei der UG & Co. KG insgesamt ca. 47% und damit etwas weniger, als die sich ergebende Gesamtbelastung bei der GmbH.

 

Insgesamt kann daher tendenziell von einem geringfügigen Steuervorteil gegenüber der GmbH ausgegangen werden, allerdings nur unter Berücksichtigung einer Vollausschüttung und den persönlichen Gegebenheiten des Gesellschafters.

 

 

[1] Zur einfacheren Darstellung wird entfällt im Folgenden der notwendige Zusatz „(haftungsbeschränkt)“ und es wird nur die Bezeichnung „UG & Co. KG“ verwendet

[2] Kaufmann ist, wer ein Handelsgewerbe betreibt. Nach dem HGB sind Kapitalgesellschaften kraft Gesetzes Kaufleute (Formkaufmann). Kaufmannseigenschaft bedeutet insbesondere die Pflicht zur Registrierung im Handelsregister, Buchführung, Bilanzierung und zum Führen einer Firma. Zudem gelten für Rechtsgeschäfte die Besonderheiten des Handelsrechts, insbesondere §§ 343 bis 475h HGB.

[3] Jedenfalls die Komplementär-UG ist Formkaufmann; die KG ist Kaufmann, wenn sie ein Handelsgewerbe betreibt (regelmäßig der Fall); der/die Kommanditisten ist/sind kein Kaufmann.

[4] Firmengrundsätze sind bei Wahl der Firma zu beachten: 1. Firmenklarheit: Die Firmenbezeichnung muss zur Kennzeichnung geeignet sein (sogenannte „Namensfunktion“) und Unterscheidungskraft besitzen (§ 18 Abs. 1 HGB); 2. Firmenwahrheit: Es muss erkennbar sein, wer Firmeninhaber ist und welche Art von Unternehmung vorliegt; 3. Firmenausschließlichkeit: Jede Firma muss sich von anderen Firmen unterscheiden, die bereits im Handelsregister eingetragen sind und sich in derselben Gemeinde befinden (§ 30 Abs. 1 HGB); 4. Firmenöffentlichkeit: Jeder Kaufmann muss seine Firma, den Ort (Sitz) und die inländische Geschäftsanschrift in das Handelsregister eintragen lassen (§ 29 HGB); 5. Firmeneinheit: Ein Kaufmann darf für ein- und dasselbe Unternehmen nur eine Firma führen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

 

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