Wenn Maschinen sehen lernen – die Gründer von ViSenSys im Interview

Das Startup ViSenSys aus Dortmund nutzt maschinelles Sehen und optimiert Prozesse, in denen eigentlich das Beobachten durch Menschen erfordern. Im Interview sprechen die drei Gründer über ihren Weg zur Gründung, das Potenzial künstlicher Intelligenz sowie die Ziele, die sie mit ihrem Startup verfolgen.

 

Bitte stellt euch kurz vor und erzählt, wie ihr zum Gründen gekommen seid!

Wir kennen uns alle von unserem Studium an der TU Dortmund. Oliver und André haben 2009 ein erfolgreiches Roboter-Fußball-Team gebildet und Christian ist ein Experte in der Entwicklung in der 3D-Simulationen. Während unserer Promotionen konnten wir in Industrie- und Forschungsprojekten ein großes Know-How sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen und Patente im Bereich des maschinellen Sehens erzielen. Beispiele für diese Projekte sind für die Audi-Vorentwicklung AEV das pilotierte Parken im Parkhaus mit externen LIDAR- und Kamerasensoren sowie der Robocup. Während dieser Zeit ist uns der stetige Bedarf an Lösungen für das maschinelle Sehen in Verbindung mit dem maschinellen Lernen bzw. dem Deep Learning aufgefallen.

Für den Menschen ist das Beobachten, beispielsweise von Sicherheitskameras oder der Qualitätskontrolle, ein sehr anstrengender Prozess. Es erfordert viel Konzentration und kann daher nur für eine gewisse Zeit optimal geleitet werden. Unternehmen mit einem hohen menschlichen Beobachtungsaufwand können den steigenden Bedarf kaum oder nur mit hohem Personal- und Zeitaufwand leisten. Wir können diese Unternehmen unterstützen, indem wir mit unserer automatisierten Auswertung den Fokus der Mitarbeiter auf relevante Bildbereiche lenken. Sie können somit effizienter und schneller ihre Aufgaben lösen.

 

Was genau macht ViSensys?

ViSenSys steht für Visual Sensor Systems. Ziel der im November 2017 gegründeten ViSenSys GmbH ist die Entwicklung und Marktetablierung des Konzepts eines Intelligenten Beobachters (IB), bestehend aus einem verteilten Multikamerasystem und bildverarbeitender Software, für Kunden mit einem hohen Automatisierungsbedarf von menschlicher Beobachtung. Moderne Algorithmen aus den Bereichen digitale Bildverarbeitung bzw. maschinelles Lernen erlauben es viele Prozesse des menschlichen Beobachtens zu automatisieren. Der Einsatz eines IB führt zu einer Entlastung und Unterstützung der menschlichen Beobachter oder zu einer vollständigen Automatisierung und somit zu einem effizienteren Personaleinsatz. Die ViSenSys GmbH bietet eine variable und skalierbare Kombination aus Hardware- und Softwarekomponenten an, die entweder aus dem Kamerasystem des Kunden oder aus einem eigenen Kamerasystem bestehen.

Erste Kunden konnten wir mit der DB Regio AG, der thyssenkrupp AG sowie, im Rahmen unserer Teilnahme am Universal Home Accelerator, mit Miele, Dornbracht und Steinel, gewinnen.

 

Warum habt ihr das Ruhrgebiet als Standort für euch gewählt?

Da wir eine Ausgründung der TU Dortmund sind, haben wir im Ruhrgebiet die besten Kontakte zu den Lehrstühlen bzw. Instituten und somit zu potentiellen weiteren Mitarbeitern. Vor allem das Netzwerk des Centrum für Entrepeneurship (CET) der TU Dortmund hat uns optimal bei der erfolgreichen Antragstellung unseres Exist-Gründerstipendiums unterstützt.

Generell sind die Bedingungen für uns im Ruhrgebiet optimal: Wir haben beim start2grow-Businessplan-Wettbewerb der Wirtschaftsförderung Dortmund den 3.Platz belegt, der ruhr:hub hat uns mit einer Teilnahme am Universal Home Accelerator unterstützt und wir sind ein Teilnehmer des StartUp-InnoLabs und erhalten auf diese Weise eine optimale Unterstützung. Über diese Wettbewerbe bzw. Teilnahmen konnten wir durch die direkte Kontakten zu großen und mittelständischen Unternehmen des Ruhrgebiets diese als Interessenten und vor allem als Kunden gewinnen und gemeinsame Pilotprojekte durchführen.

 

Bei eurer Arbeit werdet Ihr von der Bochumer Digitalagentur 9Elements unterstützt. Wie sieht die Zusammenarbeit aus und was sind eure nächsten Schritte?

Da wir ausschließlich über technische Expertise verfügen, fehlte uns bisher eine zu uns passende Corporate Identity. Diese werden wir nun mit 9Elements zusammen erarbeiten, indem wir den für uns wichtigen Kern der ViSenSys GmbH in den Fokus unseres öffentlichen Auftrittes legen: “Wie wollen wir wahrgenommen werden? Wie können wir unsere sehr techniklastigen Produkte einfach und verständlich beschreiben? Was sind unsere USPs?”

Das Ergebnis soll dann ein neues Logo, eine überarbeitete Webseite sowie ein genereller neuer Markenauftritt sein. Wir freuen uns, dass wir mit 9Elements im Rahmen des Salon de Créateurs zusammenarbeiten können und sind davon überzeugt, dass wir von der Zusammenarbeit sehr profitieren können.

Wir danken euch für das Interview und wünschen viel Erfolg!

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